Tradition & Technik: Friedrich aus Nürnberg
*** EIN ERBE BEWAHREN ***
Grüß Gott aus Nürnberg. Ein Fachwerkhaus zu dämmen, ist eine Aufgabe für die Seele und den Verstand. Mein Name ist Friedrich, und ich habe mein Leben der Restaurierung dieser historischen Schätze verschrieben. Wer hier mit modernem Kunststoff oder Dampfsperren arbeitet, unterschreibt das Todesurteil für das Eichengebälk. Ein Fachwerkhaus „atmet“ und bewegt sich. Das Holz braucht Feuchtigkeitsaustausch. Wenn wir die Feuchtigkeit durch falsche Dämmung einsperren, fault das Skelett des Hauses innerhalb weniger Jahre weg.
*** DIE INNENDÄMMUNG IST PFLICHT ***
Da wir die wunderschöne Optik des Fachwerks von außen nicht verändern dürfen, bleibt uns nur die Innendämmung. Aber vergessen Sie Mineralwolle und Rigips! Wir arbeiten nach dem Prinzip der Kapillaraktivität. Das bedeutet: Wir verwenden Materialien, die Feuchtigkeit transportieren können.
- Lehmbau: Lehm ist der beste Partner für Holz. Wir kleben Holzfaserdämmplatten direkt mit Lehmputz auf die unebenen Fachwerkwände. Das füllt alle Hohlräume und sorgt für eine perfekte Verbindung.
- Schilfrohrmatten: Diese dienen als Putzträger und bieten eine zusätzliche, natürliche Dämmschicht, die perfekt mit Kalkputzen harmoniert.
- Hanf-Kalk-Schüttungen: Ideal, um Gefache auszufüllen oder Unebenheiten auszugleichen.
*** DER SCHUTZ DES GEBÄLKS ***
Der kritische Punkt sind die Balkenköpfe, die in der Wand liegen. Wir müssen sicherstellen, dass dort kein Kondenswasser entsteht. Deshalb arbeiten wir oft mit Wandheizungen, die im Lehmputz eingebettet sind. Das hält die Wand trocken und sorgt für eine wunderbare Strahlungswärme, ähnlich wie bei einem Kachelofen. Ein Fachwerkhaus energetisch zu sanieren bedeutet, die Physik des 17. Jahrhunderts mit dem Wissen von heute zu kombinieren.
Es ist kein billiges Unterfangen, das gebe ich zu. Aber wer ein solches Haus besitzt, trägt Verantwortung für die Geschichte. Wir verwenden keine chemischen Kleber, sondern Kalk, Lehm und Leinöl. Das Ergebnis ist ein Raumklima, das Sie in keinem Neubau finden werden. Es riecht nach Erde, nach Holz und nach Geborgenheit. Wenn Sie Ihr Fachwerkhaus für die nächsten 200 Jahre fit machen wollen, dann tun Sie es richtig – mit natürlichen Baustoffen und viel Liebe zum Detail.